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Donnerstag, 25. Mai 2006

Solcha Teil 71

Solcha sollte mit ihrer Prophezeiung Recht behalten, denn Amanda nahm wieder mehr am Leben teil, was alles sehr freute. Sie blühte in ihrer Schwangerschaft richtig auf, auch wenn der Gedanke an Sandro ihr immer noch einen Stich versetzte, aber das würde sich wohl nicht ändern. Amanda war froh, dass ihre Eltern wieder zueinander gefunden hatten und auch so glücklich wirkten. Solcha war ihr eine gute Freundin und nach einiger Zeit sahen auch die Tok’ra ein, dass Solcha für sie verloren war. Sie erfuhren nie etwas von Jeremy, dessen Symbiont mit einem Leben auf der Erde auch zufrieden war.
Amanda traf sich wieder mit ihren alten Freunden und verbrachte eine so gute Zeit wie schon lange nicht mehr, wobei sie auch ihre neuen Freunde und Arbeitskollegen nicht vergaß.

Das ganze SG 1 Team und General Hammond hatten sich in der Krankenstation versammelt, als Doktor Fraser den letzten Ultraschall vor der Geburt von Amandas Baby machte. Amanda grinste still vor sich hin während sie sich auf den Untersuchungstisch legte und alle ganz gespannt auf den Bildschirm des Ultraschallgerätes schauten. Es störte sie nicht, dass so viele Leute anwesend waren, da sie sie mittlerweile als ihre Familie ansah. Ihre Eltern hatten nicht kommen können, da sie noch in Europa im Urlaub waren, sozusagen als zweite Flitterwochen.
Nun richtete auch Amanda ihren Blick auf den Bildschirm und erkannte die nun schon vertrauten Umrisse ihres Babys. „Alles in Ordnung“, erklärte Janet und das Team und der General strahlten mit Amanda um die Wette. Plötzlich runzelte Janet die Stirn betrachtete eine Stelle des Ultraschalls genauer. „Aber das kann doch nicht sein“, murmelte sie und die gute Stimmung schlug in Aufregung um. „Was ist los Janet?“ fragte Carter, die sich nun ebenfalls vorlehnte. Keiner bemerkte, dass Amanda immer noch lächelte und Doktor Fraser eine Hand auf den Arm legte, um sie auf sich aufmerksam zu machen.
„Das ist schon in Ordnung“, meinte Amanda leise und nickte ihr zu. „Was ist denn nun los?“ wollte nun auch der General wissen und blickte genervt zwischen der Ärztin und Amanda hin und her. „Sie hat nur gerade entdeckt, dass mein Baby nicht ganz normal ist“, sagte Amanda ruhig und blickte weiter Janet an. Diese nickte perplex und blickte dann mit einem ungläubigen Lächeln zu den anderen auf. „Das Baby hat einen Symbionten“, meinte sie dann nur und die anderen schauten sie erstaunt an. Amanda legte zärtlich eine Hand auf ihren mittlerweile kugelrunden Bauch.
„Eine neue Generation der Tok’ra ist eingebrochen“, erklang Solchas Stimme leise.

ENDE

Mittwoch, 17. Mai 2006

Solcha Teil 70

Janet blickte erstaunt auf die Testergebnisse in ihrer Hand. Wenn sie ehrlich war konnte sie nicht glauben was sie auf dem Zettel vor ihr sah. Über den Rand des Blattes betrachtete sie die noch schlafende Solcha und schüttelte dann lächelnd den Kopf. Sie würde sie wohl aufwecken müssen um ihr die Nachricht zu verkünden.
Doktor Fraser betrat die Krankenstation und bemerkte, dass Solcha schon wach war und gedankenverloren an die Decke starrte. Sie räusperte sich vernehmlich und sah ihr Gegenüber zusammenzucken, da sie sie noch nicht bemerkt hatte. „Hallo!“ Solcha richtete sich vom Bett auf und schwang die Beine über die Kante. „Was ist los?“ Fragend sah sie Janet an, die auf das Blatt in ihrer Hand deutete. Solcha spähte auf den Text auf dem Zettel und begann zu lächeln. Nickend meinte sie schon fast flüsternd: „Sprechen sie es aus.“
Janet sah sie verwundert an, tat dann aber wie ihr geheißen. „Du bist schwanger.“ Eine erstaunliche Veränderung ging mit Solcha vor. Sie klammerte sich an die Bettkante und ihre Augenlieder begannen zu flattern. „Schwanger?“ erklang zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Amandas Stimme.
„Das hat sie wohl endlich hervor gelockt“, meinte Solcha grinsend, als ihr Bewusstsein wieder an die Oberfläche trat. „Keine Angst“, sagte sie als sie Janets Gesicht sah, „sie muss nur den Schock verdauen, aber ich glaube ab jetzt geht es bergauf mit ihr.“ Immer noch übers ganze Gesicht lächelnd verließ sie die Krankenstation und eine ebenfalls lächelnde Janet Fraser blickte ihr hinterher.

Mittwoch, 10. Mai 2006

Solcha Teil 69

Janet sagte nichts als Solcha die Krankenstation betrat, sondern bat sie gleich auf einem der Untersuchungstische Platz zu nehmen. Stirnrunzelnd betrachtete sie die aufgeschürften Knöchel und befühlte vorsichtig die Handknochen um einen Bruch auszuschließen. Daniel hatte ihr von Anise Besuch erzählt und sie hatte sich sehr gut vorstellen können, was in Solcha vorging. Sie war schon beinahe so schlimm wie Jack O’Neill geworden, der auch immer wieder kleine Verletzungen anschleppte.
Zufrieden damit, dass die Fingerknochen nicht gebrochen waren, strich Janet eine Salbe auf die wunden Stellen und verband die Hände vorsichtig. Gerade als sie Solcha entlassen wollte, drückte diese sich eine Hand auf den Magen. „Mir wird schlecht“, murmelte sie nur noch und stürzte schon auf den nächsten Mülleimer zu, um sich zu übergeben. „Alles in Ordnung?“ fragte Fraser besorgt und sprang hinzu um Solcha die Haare aus dem Gesicht zu halten. Diese richtete sich gequält lächelnd auf und nahm dankbar den Lappen, den Janet ihr reichte, um sich den Mund abzuwischen. „Das ist mir jetzt schon ein, zwei Mal passiert“, meinte sie leise und ließ sich zu einem Bett führen, auf das sie mit geschlossenen Augen herabsank.
„Ich werde dir Blut abnehmen, dann wissen wir mehr“, sagte Janet und ließ ihren Worten Taten folgen. „Es dauert eine Weile, dann wissen wir mehr. Schlaf ruhig ein wenig, wenn du willst, ich…“ Sie fuhr nicht fort, da sie gemerkt hatte, dass Solcha schon eingeschlafen war.

Montag, 1. Mai 2006

Solcha Teil 68

Solcha war in den Trainingsraum gerannt und schlug nun wutentbrannt auf einen Boxsack ein. Wie konnte Anise nur wagen deswegen zu ihr zu kommen? Es stimmte schon, dass sie die Beste auf diesem Gebiet war, doch sie würde niemals Sandros Symbionten untersuchen können. Dafür war sie viel zu lange ein Teil von ihm gewesen. Sie hatte ihn zwar nie wie Amanda geliebt, doch deswegen waren ihre Gefühle für ihn nicht minder stark gewesen. Auch mit seinem Symbionten Han’tal hatte sie eine gewisse Verbundenheit gespürt. Anise war schon immer die Wissenschaft wichtiger als alles andere gewesen, wobei ihr Wirt immer noch einen Anker zu ihrer menschlichen Seite bildete.
Ohne damit aufzuhören auf den Sack einzuschlagen, dachte Solcha an die Zeit mit Sandro zurück. Erst war sie sein Symbiont gewesen und dann der Symbiont einer jungen Frau, die furchtbar in ihn verliebt war. Wahrscheinlich hatten diese Gefühle sie verändert, ihr eine andere Sichtweise auf das Leben gegeben. Menschen waren doch schon erstaunliche Wesen. Man konnte in wenigen Stunden fast alles über sie erfahren und doch überraschten sie einen immer wieder.
Ein plötzlicher Schmerz in ihrer Hand ließ sie wieder zu sich kommen. Als Solcha auf ihre Hände blickte war sie ziemlich verwundert dort aufgeplatzte Knöchel zu sehen. Fluchend wickelte sie ihre Hände in Taschentücher und machte sich seufzend auf den Weg zu Janet Fraser um sich verarzten zu lassen.

Dienstag, 25. April 2006

Solcha Teil 67

„Was willst du hier?“ Als Anise sich der Stimme zuwandte, blickte sie in Solchas versteinertes Gesicht. Ihr Gegenüber musterte sie mit zusammengekniffenen Augen und nicht gerade freundlichem Gesichtsausdruck.
„Ich geh dann mal“, meinte Daniel schnell, da auch ihm die angespannte Stimmung nicht entgangen war. „Nein, bleib hier.“ Solcha hielt ihn mit einem erstaunlich kräftigem Griff um seinen Arm davon ab den Raum zu verlassen. „Ich werde nicht alleine mit ihr reden.“ Entschlossen drehte sie Daniel um und schob ihn in Richtung des Konferenztisches, während sie ihm etwas ins Ohr zischte was Anise nicht verstehen konnte.
„Also was willst du hier?“ Solcha setzte sich an den Tisch ohne Anise auch einen Platz anzubieten. Diese senkte seufzend die Augen und trat nun ihrerseits an den Tisch heran. „Wir brauchen deine Hilfe“, erklärte Anise und setzte sich. Fragend hob Solcha ihre Augenbraue.
„Wir haben Han’tal, den Symbionten von Sandro untersucht und eine uns unbekannte Mutation entdeckt. Du hast die Beziehung zwischen Symbiont und Mensch schon lange untersucht Solcha. Keiner hat dein Wissen darin, deswegen bitten wir dich um Hilfe“, endete Anise etwas steif. Solcha blickte sie starr aus großen Augen an und konnte nicht glauben was sie da zu hören bekam. „Was denkst du eigentlich von mir?“ fragte sie ihr Gegenüber mit mühsam kontrollierter Stimme. „Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich das machen werde?“
„Nicht?“ Anise sah etwas hilflos zu Daniel herüber, dessen Gesicht nun ebenso verschlossen wie das von Solcha war. „Es sind nicht nur immer die wissenschaftlichen Fakten, die zählen“, sagte er und legte Solcha eine Hand auf den Arm. Diese entspannte langsam ihre zu Fäusten geballten Hände und blickte Anise nicht an, als sie aufstand und sich zur Tür wandte. „Damit müsst ihr alleine fertig werden“, erklärte Daniel und brachte Anise zum Stargate zurück.

Montag, 17. April 2006

Solcha Teil 66

Die Wache am Tor winkte sie einfach durch und Solcha steuerte den Wagen auf einen Parkplatz. Sie entschuldigte sich bei Jeremy und stieg auf einen der kleinen Hügel und ließ sich in der Sonne im Gras nieder. Seufzend streckte sie ihre Beine, die von der langen Fahrt verkrampft waren. Solcha ließ sich hintenüber fallen und betrachtete die über ihr ziehenden Wolken.
Sie spürte Sam schon bevor sie sie kommen sah. Für Amanda war dies eine vollkommen neue und verwirrende Erfahrung gewesen, die durch das Naqua’da im Blut eines Symbiontenträgers hervorgerufen wurde. Solcha hielt sich die Hand über die Augen und blinzelte Carter entgegen, die schon halb den Hügel erklommen hatte. „Hallo!“ rief Sam ihr schon entgegen und setzte sich dann neben sie in die Sonne. „Na bekommt die Oberwelt dich auch mal wieder zu Gesicht?“ meinte Solcha grinsend und setzte sich auf. „Will General Hammond mal wieder was von mir?“ fragte sie dann und verdrehte die Augen. Carter nickte und setzte ein entschuldigendes Gesicht auf. „Ich darf mal wieder seinen Überbringer mimen. Er will dich in seinem Büro sehen und er hat irgendwas von einem Vorfall heute geredet.“ Seufzend erhob sich Solcha und ging zusammen mit Sam auf das SGC zu.
Im Inneren des Berges begab sie sich auf den Weg zu Hammonds Büro und Sam wandte sich in Richtung ihres Labors, wahrscheinlich um irgendeinen außerirdischen Gegenstand zu untersuchen. „General?“ Vorsichtig steckte Solcha ihren Kopf in Hammonds Büro, wurde von ihm herein gewunken und dazu aufgefordert sich zu setzten. Der General beendete sein Telefongespräch und wandte sich dann ihr zu. „Ich kann alles erklären“, kam Solcha ihm zuvor und erzählte, was auf dem Parkplatz passiert war.
Hammond tat das mit einem Kopfnicken ab, was Solcha verwundert die Stirn runzeln ließ. „Anise ist hier“, meinte Hammond nur und deutete mit dem Kopf in den Besprechungsraum, wo Solcha Daniel und Anise sehen konnte und ihr Gesichtsausdruck verdunkelte sich merklich.

Dienstag, 11. April 2006

Solcha Teil 65

Jeremy schwieg mit einem glücklichen Lächeln auf dem Gesicht, während Solcha den Wagen sicher über die Landstraßen lenkte. Melissa war nicht geschockt gewesen ihn wieder zu sehen, sondern hatte ihn nach der ersten Überraschungsminute fest in die Arme geschlossen und mit nach drinnen gezogen. Im Haus hatte sich nicht so viel verändert und Jeremy fühlte sich nach all den Jahren wieder zu Hause. Er hatte stundenlang mit Melissa darüber geredet wo er gewesen war und warum er nicht zurückkommen konnte. Ein warmes Gefühl breitete sich in seinem Magen aus, als er merkte, dass seine Frau ihn nie aufgegeben hatte.
Melissa wusste schon, dass Amanda nun auch ein Tok’ra war, was diese ihr wohl erzählt haben musste. Mit hängenden Schultern erklärte Jeremy seiner Frau was mit ihrer Tochter los war und er war froh, dass sie sich endlich wieder gegenseitig etwas Trost spenden konnten. Es war ein wenig unangenehm für Melissa, als Solcha ihn wieder abholte, doch sie schloss diese herzlich in die Arme und begrüßte sie wie eine alte Freundin. Sie waren nicht mehr so lange geblieben, da der General sonst Solcha dafür die Hölle heiß machen würde, aber er versprach Melissa sie so schnell wie möglich wieder zu besuchen.
„Du siehst glücklich aus“, meinte Solcha und durchbrach die Stille. „Das bin ich auch“, erwiderte Jeremy lächelnd. „Es ist schön wieder zu Hause zu sein.“ Er zwinkerte ihr zu. „Wird der General den Tok’ra etwas über mich sagen?“ fragte er nach einer Weile. Solcha zuckte mit den Schultern und hielt ihren Blick nach vorne gerichtet. „Ich weiß es nicht genau, aber da du Asyl beantragt hast, ist es eigentlich egal ob er es ihnen sagt.“ Jeremy nickte nachdenklich und blickte zu ihr hinüber. Er entdeckte einen harten Ausdruck in ihren Augen als sie vor sich hinmurmelte: „Und wenn nicht werde ich schon dafür sorgen, dass du hier bleiben kannst.“

Dienstag, 4. April 2006

Solcha Teil 64

Solcha fuhr eine Weile ohne überhaupt darauf zu achten wohin sie gelangte. Es war ihr im Moment auch egal, da sich nicht ihre gesamte Aufmerksamkeit ums Auto fahren drehte. Sie konnte nicht verstehen, warum Amanda sich so zurückzog. Eine Familie und unzählige Freunde standen ihr zur Seite um ihr über Sandros Verlust hinwegzuhelfen, doch sie sperrte sich in ihrem eigenen Körper ein und verdrängte die Wirklichkeit.
Auf einem Parkplatz mit herrlichem Ausblick hielt Solcha an und stiegt aus dem Wagen. Es war eine neue Erfahrung für sie Auto zu fahren und eine wunderbare Abwechslung zu einem Raumschiff. Seufzend streckte sie sich und versuchte wenigstens einen Teil dieser tiefschürfenden Gedanken für einen Augenblick abzulegen. Solcha hatte schon länger ernsthaft daran gedacht Teal’c zu bitten ihr die Sache mit seiner Meditation beizubringen, damit sie sich wenigstens zeitweilig entspannen konnte.
Zurzeit stand sie ständig unter Strom, wegen ihrer Arbeit im SGC, die nie zu Ende sein wollte und ihrer diplomatischen Position gegenüber den Tok’ra. Es waren einige Botschaften vom hohen Rat an sie angekommen, doch sie hatte sie nach kurzem überfliegen nur mit einem Schulterzucken abgetan und sich bei den meisten noch nicht einmal die Mühe gemacht sie überhaupt zu beantworten, da es immer nur um das gleiche ging. Solcha hatte nicht die Absicht wieder auf den Stützpunkt der Tok’ra zurück zukehren und ihnen bei ihren Kamikazeattacken zu helfen. Wenn sie ehrlich war, hatte sie sich immer mehr den Rassen ihrer Wirte als ihrer eigenen zugehörig gefühlt.
Nur eine Nachricht von Jacob an seine Tochter hatte sie die Stirn besorgt runzeln lassen. Wie es schien, verlor Jacob seinen Einfluss im Rat, aber da sie sich dieser Tatsache nicht sicher war, erwähnte sie ihre Gedanken niemandem gegenüber. Mit Jeremy war jetzt ein weiterer Tok’ra auf der Erde, der nicht in die eigenen Reihen zurück wollte, was bei seiner Geschichte auch verständlich war.
Solcha entfuhr erneut ein Seufzer und sie ging ein paar Schritte um den Ausblick zu genießen. Eine Bewegung in ihrem Augenwinkel ließ sie aufmerksam werden und sie fuhr mit einem kleinen Aufschrei zurück, als jemand sie von hinten packen wollte. Ohne Probleme konnte sie ihren Angreifer überwältigen, da sie ein gutes Kampftraining bei Jack und Teal’c genossen hatte. Während sie die Polizei verständigte, bemerkte sie ein Zucken in ihren Gedanken. Amandas Schutzmauern waren wohl doch nicht so dick wie sie geglaubt hatte.

Mittwoch, 29. März 2006

Solcha Teil 63

Solcha trat auf den Flur und strecke sich erst einmal genüsslich. Es tat gut wieder seit einer Woche auf eigenen Beinen zu stehen und nicht mehr ans Bett gefesselt zu sein. Doktor Fraser hatte sie nicht gehen lassen wollen, bis sie wieder kräftiger geworden war.
Sie hatte weiterhin versucht Amanda wieder dazu zu bringen sich ihrem Leben zu stellen, doch sie hatte noch keinen Erfolg damit gehabt. Gedankenverloren lief sie den Gang entlang, als sie Jeremy begegnete und ihn anlächelte. „Hallo“, begrüßte er sie etwas bedrückt und Solcha wusste auch den Grund dafür. „Sie ist noch da“, murmelte sie und legte Jeremy die Hand auf den Arm. „Sie ist noch da.“ Mit einem tiefen Seufzer nickte Amandas Vater und sah schon etwas besser aus. „Der General hat erlaubt, dass du zu deiner Frau fahren kannst“, erklärte Solcha und deutete in eine Richtung. „Ich kann dich begleiten, wenn du willst“, bot sie an und ihr Gegenüber nickte lächelnd. Gemeinsam fuhren sie an die Oberfläche und stiegen in den für sie bereitgestellten Wagen.
„Ich bin ziemlich nervös“, murmelte Jeremy nach einiger Zeit, in der sie nur geschwiegen hatten. „Es ist viel Zeit vergangen.“ Solcha sah ihn mitfühlend an. „Ich glaube sie liebt dich immer noch“, erwiderte sie leise, „auch wenn ich sie noch nie selbst getroffen habe, aber Amanda glaubt fest daran.“ „Danke“, sagte Jeremy und sah sie nachdenklich an.
„Wir sind da“, meinte Solcha nach einiger Zeit und sie hielt ein wenig außer Sichtweite von Melissa Clarks Haus am Straßenrand. „Wirst du mitkommen?“ fragte Jeremy nachdem Solcha ihm das richtige Haus gewiesen hatte. Sie schüttelte den Kopf und blickte ihn traurig an. „Das wäre wohl nicht so gut. Es würde sie wohl noch mehr verwirren“, sagte Solcha und ein wehmütiger Unterton schwang in ihrer Stimme mit. „In zwei Stunden komme ich wieder. Du darfst leider noch nicht länger bleiben, wegen den Sicherheitsvorschriften und diesem Krams.“ Sie blickte ihm nach und sah noch eine vollkommen erstaunte Melissa Clark, bevor sie Gas gab und die Szene hinter ihr verschwand.

Freitag, 24. März 2006

Solcha Teil 62

Jeremy sah sich leicht frustriert in dem Raum, den man ihm zugeteilt hatte, um. Es war nicht so, dass er sich wie ein Gefangener vorkam, aber er hätte gerne mehr getan als einfach nur herum zu sitzen und ab und an ein paar Fragen zu beantworten. Er hatte seine Zeit schon lange nicht mehr mit Nichtstun verbracht, was seinen Verstand zum dauernden Grübeln anregte. Er hatte Amanda nicht gefragt ob Melissa wieder geheiratet hatte und wie es ihr ging. Er hatte so vieles nicht gefragt und es kam ihm fast vor als sei es nun zu spät dafür, da sie einfach nicht aufwachen wollte. General Hammond hatte ihm vorgeschlagen die Tok’ra über sein überleben in Kenntnis zu setzten, doch das hatte er strickt abgelehnt.
Als Anise von den Tok’ra gekommen war um Sandros Leichnam zu untersuchen, hatte er sich in sein Zimmer verzogen und sich nicht blicken lassen und SG 1 und General Hammond hatten kein Wort über ihn in ihrer Gegenwart verloren. Anise hatte den Symbionten für weitere Untersuchungen mitgenommen, doch Sandros Körper war auf der Erde geblieben, da er keine Familie mehr hatte. Jeremy wohnte seiner Beerdigung auf einem Militärfriedhof bei und wünschte sich seine Tochter an seiner Seite zu haben.
Als es an seiner Tür klopfte hob er den Kopf und stand dann auf um sie zu öffnen. Die Wachen, die sonst dort immer standen, hatten sich zurückgezogen und eine lächelnde Samantha Carter stand jetzt vor ihm. „Kann ich reinkommen?“ fragte sie und Jeremy ließ sie mit einem Kopfnicken herein.

„Sie ist wach“, erklärte Carter nachdem sie sich gesetzt hatte. Als sie Jeremys glückliches Gesicht sah, hob sie jedoch die Hand. „Ich habe nicht mit Amanda geredet. Solcha wird ihren Körper wohl für einige Zeit übernehmen.“ Bei diesen Worten war Jeremy in sich zusammengesackt, aber er nickte wissend. „Sie wird noch Zeit brauchen“, murmelte er dann und strich sich die Sorgenfalten aus dem Gesicht. „Kann ich...?“ begann Jeremy, brach dann aber wieder ab. „Was?“ fragte Carter und lehnte sich auf ihrem Stuhl leicht nach vorne. „Kann ich meine Frau besuchen?“ brach es aus ihm hervor und ein hoffnungsvolles Glitzern erschien in seinen Augen. „Ich werde den General fragen“, antwortete Sam diplomatisch und lächelte ihn an.

Donnerstag, 16. März 2006

Slcha Teil 61

Ein paar Tage später war Amanda immer noch nicht aufgewacht und das ganze Stargate Center begann sich schon Sorgen um sie zu machen. Sogar General Hammond war an diesem Morgen in die Krankenstation gekommen um nach ihr zu sehen. Janet konnte nichts für sie tun, da sie in einer Art Koma zu liegen schien.
Sam Carter betrat die Krankenstation um eine Weile an Amandas Bett zu sitzen und ihre Hand zu halten. Sie hatte ihre Arbeit jetzt schon einige Tage schleifen lassen und war oft an Amandas Seite zu finden. Auch jetzt setzte sie sich auf einen Stuhl neben dem Bett und nahm Amandas Hand in ihre und betrachtete ihr immer noch bleiches Gesicht. Seufzend wollte sie ihren Blick schon ans andere Ende des Raumes schweifen lassen, als sie einen Druck an ihrer Hand wahrnahm.
„Amanda?“ Sie beugte sich über den leblos wirkenden Körper und betrachtete das Gesicht der jungen Frau noch einmal genauer. Eine zarte Röte breitete sich auf ihren Wangen aus und die Augenlieder begannen zu flattern. „Amanda?“ fragte sie noch einmal ohne sich eine Antwort zu erwarten und war überrascht eine zu bekommen.
„Nein“, erwiderte Solcha und öffnete die Augen. „Ich bin es.“ Die Stimme der Tok’ra klang leise und erschöpft, aber das war besser als gar kein Zeichen von ihr. „Amanda will nicht…reden. Sie will mit niemandem reden“, erklärte sie stockend und sah sich nach einem Glas Wasser um. Carter reichte es ihr und stütze ihren Kopf um ihr beim trinken zu helfen. „Was ist passiert?“ fragte sie dann leise um die Aufmerksamkeit von Janet noch nicht auf sich zu lenken.
Solcha zuckte leicht mit den Achseln und legte dann den Kopf wieder aufs Kissen. „Sie kann nicht glauben, dass Sandro wirklich tot ist. Sie will nicht glauben, dass sie ihn verloren hat“, sagte sie in einem ruhigen Ton. „Ich kann sie nicht davon überzeugen sich ihrem Leben wieder zu stellen. Vielleicht braucht sie auch nur Zeit um alles zu verarbeiten und so lange werde ich für ihren…unseren Körper sorgen. Ich werde noch ein wenig schlafen“, murmelte Solcha dann und schloss mit einem Seufzer erneut die Augen, als Doktor Fraser zu ihnen hinüber kam. Sam sagte ihr nichts darüber, dass Solcha die Kontrolle über Amandas Körper übernommen hatte, strich ihr einfach nur übers Haar und verließ die Krankenstation um nach Amandas Vater zu suchen.

Samstag, 11. März 2006

Solcha Teil 60

Besorgt blickte Jeremy auf seine leichenblasse Tochter, die in dem Bett der Krankenstation viel zu zerbrechlich erschien. Die Ärzte hatten Sandro nicht mehr helfen können und seinen Leichnam in eine Kühlkammer geschoben um über ihren weiteren Verbleib entscheiden zu können. Auch den Symbionten hatten sie nicht mehr retten können.
Jeremy blickte auf als Doktor Fraser leise an das Krankenbett trat und Amandas Puls fühlte. „Ich verstehe das nicht“, murmelte sie mehr zu sich selbst, „sie hätte schon längst wieder aufwachen müssen.“ „Vielleicht will sie es nicht“, meinte Jeremy und blickte Janet an. „Vielleicht will sie ohne Sandro nicht mehr aufwachen“, ergänzte er seufzend und strich sich über die Augen.
Er konnte seine Tochter gut verstehen. Auch bei ihm waren Zeiten aufgetreten in denen er einfach hatte aufgeben wollen, aber der Gedanke an seine Familie hatte ihn immer wieder aus dieser Lethargie herausgerissen. Doch es war etwas anderes zu wissen, dass ein geliebter Mensch nicht mehr wieder kommen kann oder zu hoffen seine Familie irgendwann einmal wieder zu sehen. Jeremy strich seiner Tochter eine Strähne aus dem Gesicht und betrachtete wie es sich in den Jahren, die vorüber gezogen waren, verändert hatte.

Montag, 6. März 2006

Solcha Teil 59

Es schien als schwebte eine dunkle Wolke über ihren Köpfen, als sie das Stargate endlich erreichten, doch kein Wölkchen verdunkelte die Sonne. „Es ist niemand zu sehen“, flüsterte Jeremy, als sie in der Nähe des Gates hinter ein paar alten Mauerresten hockten. Sandro schielte misstrauisch in den Himmel. „Am besten wir laufen gemeinsam rüber“, erklärte er leise aber bestimmt. „Ich werde das Stargate anwählen, Amanda schickt das Erkennungssignal durch und du gibst uns Deckung, Jeremy.“ Da alle mit diesem Plan einverstanden waren, erhoben sie sich und blickten sich wachsam um, doch nichts rührte sich, selbst der Wind schien zu schlafen.
„Kommt jetzt.“ Auf ein Zeichen von Sandro liefen sie geduckt los ohne ihre Umgebung aus den Augen zu lassen. Das ungute Gefühl in Amandas Magen schien ihr mittlerweile entgegen zu schreien sich wieder umzudrehen und in die andere Richtung zu laufen, doch sie hörte nicht darauf.
Sandor hatte das DHD schon erreicht und begann die Toradresse der Erde einzugeben, als die ersten Schüsse fielen. Amanda warf sich auf den Boden und rollte behände hinter einige Trümmer, die in der Nähe des Tores lagen. Ihr Vater folgte ihr mit einem Hechtsprung und begann mit seiner Waffe auf die Goa’uld zu schießen, die wie aus dem Nichts aufgetaucht waren. „Wie konnten sie uns entdecken?“ rief Amanda ihrem Vater die Frage über das Kampfgetümmel zu. „Vielleicht liegt es daran“, antwortet er ihr mit verbitterter Stimme und zog sein Hosenbein ein Stück hoch. Amanda entdeckte einen Ring um seinen Knöchel, der nichts anderes als ein Sender sein konnte, doch sie unterdrückte die Vorwürfe, die ihr auf der Zunge lagen.
Stattdessen blickte sie sich zu Sandro um und entdeckte ihn hinter dem DHD kauernd. Verbissen feuerte er auf die Angreifer und versuchte gleichzeitig die Toradresse zu vervollständigen. Sehnlichts wünschte sich Amanda mehr Waffen mitgenommen zu haben um den beiden Männern helfen zu können. „Vorsicht!“ brüllte sie und Sandro konnte in letzter Minute den Goa’uld erledigen, der hinter ihm aufgetaucht war. Er duckte sich hinter seinen behelfsmäßigen Schutz und Amanda erkannte, dass das Tor begonnen hatte die Erde anzuwählen. Auch ihre Gegner hatten das bemerkt und drängen jetzt umso heftiger auf sie ein.
„Schick den Code durch, Amanda“, konnte sie Sandro durch das Getöse hinter sich hören, als das Wurmloch sich aufbaute. Sie holte das Gerät aus ihrer Tasche und gab ihren Code ein, der die Iris auf der anderen Seite öffnen würde. Sie gab Jeremy ein Zeichen und auf dessen Nicken hin begannen sie mit eingezogenem Kopf auf das Stargate zuzulaufen. Ohne Sandros Feuerschutz hätten sie keinen Meter hinter sich bringen können, doch so ließen sie sich keuchend neben ihm in den Schutz des DHD fallen.
„Ihr geht zuerst“, erklärte er ihnen bestimmt, während er und Jeremy unaufhörlich auf ihre Gegner schossen. Dies würde nur mit einem Nicken quittiert. „Los geh zuerst“, raunte Amanda ihrem Vater zu und dieser war mit erstaunlicher Schnelligkeit beim Tor und hindurch gesprungen. Ein paar ziellos abgefeuerte Schüsse folgten ihm, schienen ihn jedoch nicht verletzt zu haben. Amanda drückte Sandros Hand und gemeinsam erhoben sie sich und liefen auf das Stargate zu während Sandro noch immer über die Schulter auf die sie verfolgenden Goa’uld schoss. Plötzlich bekam Amanda einen Stoß in den Rücken, der sie vor Sandro ins Stargate taumeln ließ und die Reise durch das Wurmloch erfüllte ihre Sinne.
Auf der anderen Seite angekommen drehte sie sich sofort um und erstarrte als Sandro ihr hinterher taumelte. Sein Gesicht war bleich und er wäre umgekippt, hätte Amanda ihn nicht aufgefangen. „Nein“, flüsterte sie tonlos, als sie langsam mit ihm auf die Rampe sank, da ihre Beine ihr gemeinsames Gewicht nicht tragen konnten. Entsetzen packte sie als sie die Stabwaffenwunde in Sandros Rücken spürte. Die Welt um sie herum versank in einen dunklen Nebel und sie bekam noch nicht einmal mit, das General Hammond das Schließen der Iris befahl und ein Sanitätsteam in den Torraum bestellte.
Amandas ganze Aufmerksamkeit richtete sich auf Sandro, der sie mit einem verzerrten Lächeln anblickte und die Hand hob um ihr über die Wange zu streichen. „Vergiss mich nicht, meine Geliebte“, murmelte er so leise, das Amanda sich vorbeugen musste um ihn zu verstehen. „Ein Teil von mir wird immer bei dir sein, pass gut auf unseren Schatz auf“, erklang seine Stimme ein letztes Mal und seine Hand sank auf ihren Bauch. Ein letzter gequälter Atemzug drang in seine Lungen und dann hörte sein Herz auf zu schlagen. Wie betäubt schlang Amanda ihre Arme um seinen Körper und brach in haltloses Schluchzen aus. Selbst als die Sanitäter eintrafen, wollte sie ihn nicht loslassen. Wie aus weiter Ferne vernahm sie ihre eigene Stimme, die mit erstickten Worten die Wahrheit in ihren Verstand brachte, die ihr Herz schon längst verstanden hatte. „Es ist zu spät.“
Eine gnädige Dunkelheit umfing sie und löschte den bohrenden Schmerz in ihrem Inneren aus.

Mittwoch, 1. März 2006

Solcha Teil 58

„Ihr müsst vorsichtig sein“, warnte Jeremy sie mit drängender Stimme. „Ich glaube hier in der Nähe müssen sie überall Sensoren angebracht haben, sonst hätten sie nie bemerkt, wie wir hier raus gekommen sind.“ ‚Überlass das mir’, flüsterte Solcha in Amandas Kopf und mit einem innerlichen Nicken erlaubte sie ihrem Symbionten die Kontrolle über ihren Körper zu übernehmen.
„Bleibt ein wenig zurück“, sagte Solcha zu den beiden Männern und bewegte sich vorsichtig in den Gang hinein. Jeremy staunte leicht über das große Vertrauen zwischen seiner Tochter und der Tok’ra. Die Beziehung zu seinem Symbionten war immer etwas widerwillig auch wenn er die Verbindung freiwillig eingegangen war. „Habt ihr euch nie gefragt warum die Goa’uld hier rein gekommen sind ohne den Alarm auszulösen“, ließ sich Solchas Stimme jetzt von weiter vorne vernehmen. Grinsend tauschte sie wieder vor ihren beiden Gefährten auf. „Ich dachte immer sie hätten ihn ausgeschaltet, wenn sie bei uns waren“, meinte Jeremy nachdenklich. Solcha schüttelte leicht den Kopf. „Sie hatten viel zu viel Angst davor, dass ihr ihnen doch entwischen könntet. Seht ihr die verschiedenen Fliesen des Ganges?“ fragte sie dann und deutete über ihre Schulter. Ohne eine Antwort zu erwarten fuhr sie fort: „Man darf nur auf bestimmt Fliesen treten, damit der Alarm nicht ausgelöst wird und ich glaube ich weiß welche es sind. Ich dachte du warst so ein Indiana Jones Fan“, neckte sie Jeremy und bediente sich hierbei der Erinnerungen seiner Tochter. „Die Goa’uld werden zwar immer noch bemerken, wenn wir das Stargate öffnen, aber es verschafft uns einen gewissen Vorsprung bevor sie unsere Flucht bemerken. Folgt mir und tretet nur dahin wo ich hintrete.“ Mit diesen Worten wandte sich Solcha um und ging mit einer schlafwandlerischen Sicherheit den Korridor entlang.
Nach dem endlosen Dämmerlicht von Jeremys Gefängnis mussten alle die Augen zukneifen, als sie ins helle Sonnenlicht, des verwüsteten Planten traten. „In welcher Richtung liegt das Stargate?“ fragte Amanda und lehnte sich kurz an die Trümmer eines Torbogens. „In die Richtung“, meinte Sandro nachdem er auf einen Kompass gesehen hatte. Jeremy begann in die angegebene Richtung zu gehen und Sandro hielt sich neben Amanda. „Alles in Ordnung?“ fragte er so leise, das Amandas Vater sie nicht hören konnte. Amanda nickte leicht und lächelte ihn an, während sie ihre Hand in seine Armbeuge schob.
„Ich liebe dich“, sagte sie dann unvermittelt und küsste ihn mit einer Heftigkeit, die schon an Verzweiflung grenzte. „Ich liebe dich auch“, erwiderte Sandro sanft und hauchte ihr einen Kuss auf ihren Mundwinkel. „Was ist los mit dir?“ fragte er und seine Stimme war nur wie ein Hauch des Windes in ihrem Ohr. „Ich habe ein ungutes Gefühl in der Magengegend“, raunte sie ihm ebenso leise ins Ohr und begegnete seinem besorgten Blick. „Ich passe schon auf dich auf“, murmelte Sandro in ihr Haar als er es noch einmal mit den Lippen streifte. „Komm jetzt wir müssen deinen Vater einholen. Hoffen wir das alles gut geht.“

Freitag, 24. Februar 2006

Solcha Teil 57

„Wie wollen wir an den Goa’uld Truppen vorbei kommen?“ fragte Jeremy und erhob sich nun ebenfalls. „Irgendwie schaffen wir es schon“, murmelte Sandro und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Was willst du mitnehmen?“ schaltete Amanda sich nun ein und sah sich im Raum um. „Ich denke wir sollten uns beeilen. Vielleicht haben sie uns nicht bemerkt und wir können noch den Überraschungsmoment benutzen.“
„Das wichtigste wären die Daten“, meinte Amandas Vater verzweifelt. „Doch ich glaube nicht, dass wir das alles mitnehmen können.“ Lächelnd griff Amanda nach ihrem Rucksack und wühlte kurz darin herum bis sie gefunden hatte was sie suchte. „Wie wäre es mit Speicherkristallen?“ meinte sie dann und wurde von Jeremy in eine stürmische Umarmung gerissen. „Carter hatte noch ein paar davon in ihrem Labor liegen. Ich hoffe sie sind groß genug. Am besten kümmert ihr euch um die Übertragung der Daten und ich packe deine Sachen Daddy“, dirigierte sie die Aktivitäten und begab sich dann in den Nebenraum.
Dort angelangt lehnte sie sich an die Wand und schloss kurz die Augen. Sie konnte immer noch nicht fassen was alles passiert war. Ihr Vater war wieder aufgetaucht und sie hatte die Möglichkeit ihn mit nach Hause zu nehmen und ihn wieder besser kennen zu lernen. Doch darüber sollte sie jetzt nicht nachdenken, denn ihr Symbiont erinnerte sie daran, wie sehr die Zeit drängte. Schnell suchte sie die wenigen Sachen ihres Vaters zusammen und begab sich dann wieder zu den beiden Männern in das Labor.
„Seid ihr fertig?“ fragte Amanda drängend und schaute Sandro über die Schulter. „Ein, zwei Minuten brauchen wir noch“, antwortete ihr dieser und schenkte ihr ein Lächeln. „Hast du vielleicht noch ein paar Kristalle?“ „Sicher.“ Sie machten sich nun zu dritt daran alle Daten auf die Kristalle zu übertragen und schafften es auch wirklich in ein paar Minuten. „Gebt mir die Kristalle“, forderte Amanda sie dann auf und streckte die Hand aus. „Keine Angst sie sind bei mir wohl sicherer als bei euch. Hier Daddy nimm das.“ Sie warf ihm ihre Zat zu um mehr Platz in ihrem Rucksack zu haben und er fing sie geschickt auf. „Du kannst wahrscheinlich besser schießen als ich. Seid ihr fertig?“ Mit einem letzten Blick in die Runde nickte Jeremy und sie machten sich zum Ausgang auf.

Sonntag, 19. Februar 2006

Solcha Teil 56

„Warum bist du nicht durchs Stargate geflohen?“ stellte Sandro die Frage, die auch schon Amanda auf der Zunge lag. Jeremy lächelte ihn freudlos an. „Denkst du denn ich hätte es nicht versucht? Aber nach einiger Zeit haben wir es aufgegeben, als wir bemerkten was für Sicherheitsvorkehrungen die Goa’uld getroffen hatten. Erst einmal war es uns fast unmöglich an die Oberfläche zu gelangen. Es gibt nur noch wenige Wege, die nicht versiegelt sind und die meisten von ihnen werden überwacht. Wenn man es dann doch mal nach draußen geschafft hatte, war gleich eine Kompanie Goa’uld da um uns wieder zurück zubringen. Sie haben ein Schiff im Orbit stationiert.“
„Wie konnte ich hier herfinden?“ fragte Amanda ohne ihren Vater aus den Augen zu lassen. Das war etwas, das schon länger an ihr nagte.
„Es war nur als Vorsichtsmaßnahme gedacht“, seufzte Jeremy und blickte seiner Tochter nicht in die Augen. „Ich hab die Erinnerung an diesen Planeten in deinen Erinnerungen versteckt. Es gibt ein Gerät womit man das machen kann. Die Erinnerung sollte nur erweckt werden, wenn du die Textstelle wieder sehen würdest.“ Um Verzeihung bittend blickte er Amanda an. „Ich wusste nicht ob du jemals die Möglichkeit haben würdest nach mir zu suchen und ob es einen Sinn hatte dir diese Erinnerung zu geben, doch einen kleinen Hoffnungsschimmer hatte ich dadurch immer.“ Als Amanda in die tränenfeuchten Augen ihres Vaters blickte konnte sie ihm deswegen nicht mehr böse sein. Sie ergriff seine Hand und lächelte leicht.
„Ich bin mir sicher wir werden es schaffen hier wegzukommen“, meinte Sandro nach einer Weile und stand auf um seine Glieder zu strecken. „Habt ihr ein Schiff hier?“ fragte Jeremy und ein Funke leuchtete in seinen Augen auf. „Nein, wir sind durchs Stargate gekommen“, erklärte Amanda und erhob sich ebenfalls. „Von der Erde.“ Über den erstaunten Ausdruck im Gesicht ihres Vaters musste sie lächeln. „Denkst du etwa die Tok’ra hätten uns geholfen“, sagte Sandro und ein bitterer Unterton schwang in seiner Stimme mit. Mit einem ernsten Gesicht schüttelte Jeremy den Kopf. „Da sie mich für tot halten wohl eher nicht“, erwiderte er spöttisch.
„Warum haben sie gerade dich ausgesucht eine Tok’ra zu werden?“ fragte er mit einem Mal, als sei es ihm gerade in den Sinn gekommen. Betreten blickte Amanda zur Seite. „Sie haben es nie ausgesprochen, aber ich glaube sie haben mich wegen dir ausgesucht“, erklärte sie leise und weigerte sich dabei ihrem Vater in die Augen zu sehen. Zornig nickte dieser und man sah ihm an, dass er in nicht allzu ferner Zukunft noch mit jemandem ein Hühnchen zu rupfen hatte.

Dienstag, 14. Februar 2006

Solcha Teil 55

Amanda drehte sich langsam in die Richtung aus der die Stimme kam. Ihr Gesicht verlor alle Farbe, als hätte sie einen Geist gesehen und sie wäre wahrscheinlich in Ohnmacht gefallen, hätte Sandro sie nicht festgehalten. „Daddy?“ flüsterte Amanda tonlos und die Tränen schossen ihr in die Augen als ihr gegenüber nickte. Ohne weitere Worte lief sie auf ihn zu und fiel in seine Arme. Jeremy drückte seine erwachsene Tochter an sich und war selbst den Tränen nah. Wie lange hatte er sich diesen Augenblick schon herbeigewünscht und nun war er endlich Wirklichkeit geworden.
„Du bist es wirklich“, meinte Amanda nach einer Weile und sah ihren Vater an, wobei sie ihm ungläubig über den Arm strich. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich dich noch finde.“ „Ich wusste immer, dass du mich finden würdest, meine Prinzessin“, erklärte Jeremy und strich ihr sanft über die Wange.
„Das ist Sandro“, murmelte Amanda nach einer Weile und deutete auf den Tok’ra. Jeremy nickt und deutete den beiden an ihm zu folgen. Amandas Kopf schien auseinander fallen zu wollen von den vielen Fragen, die in ihm herumwirbelten, doch sie brachte keine davon über die Lippen. Sie war immer noch viel zu erstaunt darüber ihren Vater zu sehen, obwohl sie es nach ihren Erfahrungen mit den Tok’ra eigentlich hätte wissen müssen. Hilfesuchend drückte sie Sandros Hand, der diesen Druck wortlos erwiderte und ihr den Arm um die Schultern legte. Er konnte sich auch nicht erklären warum dieser Mann, der vor ihnen ging, nicht zu den Tok’ra zurückgekehrt war, aber es war Zeit genug das zu klären.
Nach einer Weile betraten sie einen Raum, der wohl eine Kombination aus Wohnraum und Labor sein musste und setzten sich auf die vorhandenen Stühle. Amanda konnte ihren Vater nur verwundert anstarren. Die Jahre waren auch an ihm nicht spurlos vorbeigegangen, aber er sah nicht viel anders als auf den Bildern aus, die sie gefunden hatte, doch sie bemerkte einen grimmigen Zug um seinen Mund.
„Bist du ganz alleine hier?“ ergriff Amanda vorsichtig das Wort, als die Stille, die sich herabgesenkt hatte, zu drückend wurde. „Ja“, seufzte Jeremy und strich sich über die Augen. Er hatte gehofft, dass seine Tochter nicht mit diesem Thema anfangen würde, doch er wollte ihre Fragen nicht beiseite schieben, auch wenn die Erinnerungen schmerzhaft für ihn waren. „Du bist auch eine Tok’ra geworden“, sagte er dann unvermittelt und hob den Kopf. Amanda nickt und blickte ihren Vater forschend an. Der Unterton in seiner Stimme gefiel ihr nicht und auch von Solcha erhielt sie eine leise Warnung. „Sie haben mich gefunden….wegen dir…. und fragten mich ob ich ein Wirt werden wollte. Ich habe zugesagt, da ich Sandro nicht sterben lassen wollte“, fügte sie noch hinzu und erhielt hierfür einen erstaunten Blick von Sandro. Sie hatte ihm nie etwas von ihren eigentlichen Beweggründen ein Wirt zu werden erzählt. „Ich lebe nicht bei ihnen“, erklärte Amanda aus einem Grund den sie nicht verstand, doch ihren Vater schien das zu beruhigen.
Aus einem Impuls heraus lehnte Amanda sich vor und ergriff die Hand ihres Vaters. „Was ist passiert?“ fragte sie fast flüsternd und sah ihr gegenüber eindringlich an. An diesen Blick konnte Jeremy sich noch von ihrer Mutter erinnern. Er schloss kurz die Augen um zu überlegen wie er beginnen sollte. „Ich war auf der Erde abgestürzt“, begann er dann seine Geschichte ohne Amanda und Sandro anzusehen. „Ich wusste nicht viel über die Menschen, die dort lebten, doch es war nicht sehr schwer sich einzufügen. Jeden Tag wartete ich auf eine Nachricht von meinen Freunden, wartete darauf, dass sie mein Notsignal empfangen würden, doch nichts passierte. Dann traf ich Melissa und verliebte mich in sie und sie wurde mit dir schwanger. Es war die glücklichste Zeit meines Lebens, das kannst du mir glauben meine Kleine, aber dann kam eines Tages eine Antwort auf die ich schon nicht mehr zu hoffen gewagt hatte. Ich musste einfach gehen, verstehst du das?“ Zum ersten Mal blickte er wieder auf und sah Amanda an. Als sie nickte, machte sich Erleichterung auf seinem Gesicht breit.
„Es fiel mir sehr schwer zu gehen, aber ich hörte von den Problemen dieser Basis der Tok’ra und wollte natürlich helfen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich euch so lange alleine lassen würde, denn ich wollte auf alle Fälle zur Erde zurückkehren. Doch wir wurden vom Hauptquartier der Tok’ra abgeschlossen. Ein großer Teil von uns konnte fliehen, doch ein paar wurden hier von den Goa’uld eingesperrt.“ Er holte schaudernd Atem und Amandas Gesicht wurde bleich. „Wir wurden von den anderen Tok’ra vergessen, denn sie hielten uns wohl alle für tot und das schien den Goa’uld eine schlimmere Strafe zu sein als uns zu töten. Natürlich wollten sie auch Informationen aus uns herausbekommen, doch ich weiß nicht warum sie es nicht mit so viel Nachdruck wie sonst immer versucht haben. Wir bekamen genug zu Essen und konnten sogar unsere Forschungen weiter vorantreiben, doch sie zerstörten unsere oberirdischen Gebäude und schafften uns hierher. Manche wurden krank und starben, andere brachten sich selbst um, weil sie den Verstand verloren und so wurde unsere Zahl immer kleiner bis nur noch ich alleine hier blieb. Der Gedanke an dich, Amanda, und deine Mutter hat mich die letzen drei Jahre überleben lassen.“ Stille senkte sich sanft über die drei Gestalten herab.

Mittwoch, 8. Februar 2006

Solcha Teil 54

„Amanda? Amanda hörst du mich?“ Sandros Stimme klang gedämpft, als Amanda ihre Augen aufschlug und nichts als Dunkelheit vorfand. Sie hob den Kopf und zuckte zusammen, als sie die Beule an ihrem Kopf bemerkte. Vorsichtig richtete sie sich auf und konnte nun, da sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, auch etwas um sich herum erkennen. „Ich bin hier“, brachte sie krächzend hervor und sah wie sich ein Schatten auf sie zu bewegte, der nur Sandro sein konnte. Sie mussten sich in einer Höhle befinden, die sich unter den Ruinen, die sie entdeckt hatten, erstreckte. Sandro griff nach ihrem Arm und hielt ihr die Wasserflasche vor die Nase. Dankbar nahm Amanda einen und Schluck und gab sie ihm dann sich räuspernd zurück.
„Wie sind wir hier herunter gekommen?“ fragte sie nach einer Weile und blickte sich genauer um. Sandros schemenhafter Arm deutete in eine Richtung und sie entdeckte die Schräge, die sie hinuntergeschlittert waren. Amanda kramte in ihrem Rucksack herum und probierte ob die Taschenlampe den Sturz heil überstanden hatte. Sie ging wirklich noch und ein wenig von dem plötzlichen Licht geblendet, leuchtete sie den Raum ab.
„Weißt du wo wir sind?“ flüsterte Sandro ihr ins Ohr und sie schüttelte verneinend den Kopf. „Da ist ein Gang“, erwiderte sie ebenso leise und deutete nach rechts. Wie auf ein unsichtbares Zeichen hin setzten sich beide gleichzeitig in Bewegung und tasteten sich vorsichtig in den Gang hinein.
„Woher wusstest du, dass das Wort ein Schalter war?“ fragte Sandro Amanda, die vor ihm ging. Er konnte sehen wie sie die Schultern zuckte, als sie versuchte den Gang mit der Taschenlampe halbwegs auszuleuchten. „Das darfst du mich nicht fragen, aber es kommt definitiv aus meiner Erinnerung. Solcha hat damit nichts zu tun. Du bist doch derjenige, der sich mit der Tok’ra Technologie auskennt“, meinte sie leicht schnippisch, „Könnt ihr nicht irgendwas im Gehirn von jemandem speichern ohne das er sich bewusst dran erinnern kann?“ „Nicht das ich weiß“, erklärte Sandro und ging nicht weiter auf Amandas Ton ein, da auch ihm die Dunkelheit zu schaffen machte.
Als Amanda vor ihm anhielt, hätte er sie fast umgestoßen, da er so in seinen eigenen Gedanken versunken war. Sie hatte sich zu ihm umgedreht und deutete nun nach vorne. Im Licht der Taschenlampe konnte er eine Tür erkennen, die ihnen keine andere Möglichkeit ließ als hindurch zugehen.
„Versuchen wir es“, murmelte Sandro in Amandas Ohr und schob sich an ihr vorbei um zur Tür zu gelangen. „Sei vorsichtig“, hörte er noch von hinter sich, dann war er an der Tür, die bei der leisesten Berührung aufsprang. Auch in diesem Raum herrschte Dunkelheit, doch die verging als Amanda ebenfalls eintrat. Sie hob hilflos die Hände. „Ich hab nichts gemacht, aber vielleicht muss ich das auch nicht“, meinte sie dann und richtete ihren Blick geradeaus. Ihr traten die Tränen in die Augen als sie zu einer Bedienungskonsole trat und das Foto in die Hand nahm, das dort lag. Sie erkannte es sofort wieder, denn sie hatte es vor nicht so lange Zeit in der Hand gehalten. Es war ein Bild, das vor mehr als 20 Jahren aufgenommen worden war und ihren Vater mit einer kleinen Amanda auf dem Jahrmarkt zeigte.
Sandro war leise herangetreten und berührte sie nun vorsichtig an der Schulter. „Ist er das?“ fragte er leise und legte seine Arme von hinten um Amanda. Aufschluchzend nickte sie und drehte sich um, um ihren Kopf an seiner Schulter zu vergraben. „Meinst du..“, flüsterte sie nach einer Weile, „meinst du er kann noch hier sein? Es ist immerhin schon eine so lange Zeit vergangen.“ Sandro zuckte mit den Schultern, er konnte ihr auch keine Antwort auf diese Frage geben.
Beide zuckten zusammen als eine raue Stimme hinter ihnen erklang. „Amanda? Bist du das wirklich?“

Freitag, 3. Februar 2006

Solcha Teil 53

Geblendet schloss Amanda für einen Moment die Augen als sie durchs Stargate auf PX-837 trat. Sie schob sich ihre Sonnenbrille auf die Nase und blickte sich neugierig auf dem Planeten um. Sandro berührte sie am Arm und deutete in eine Richtung, die Amanda genauso gut vorkam wie jede andere. „Daniel Jackson meinte, er hätte die Ruine mit dem Text da hinten gefunden. Es ist wohl nicht mehr als ein Kilometer.“ Sandro begann in seine angegebene Richtung zu gehen und Amanda folgte ihm.
Nach einer knappen halben Stunde hatten sie ihr Ziel erreicht und Amanda entdeckte die Schrift auf der Wand sofort. Es waren die gleichen Zeilen wie auch auf dem Schriftstück, das Daniel ihr gezeigt hatte. „Ich weiß immer noch nicht was es bedeutet“, seufzte Amanda und ließ sich auf dem Boden nieder. „Ich weiß nur, dass mein Vater mir das gezeigt hat als ich noch klein war“, murmelte sie wie zu sich selbst ohne aufzublicken. Sandro setzte sich ebenfalls und blickte seine Freundin nachdenklich von der Seite an. Er spürte, dass noch mehr hinter dieser Botschaft als ein verlorener Vater steckte, aber auch ihm war diese Schrift unbekannt.
„Es hat etwas mit den Tok’ra zu tun“, sagte Amanda nach einer Weile und Sandro schrak aus seinen Gedanken hoch. „Wie meinst du das?“ fragte er gespannt und blickte sie an. Stirnrunzelnd rieb sich Amanda übers Gesicht. „Ich weiß es auch nicht so genau“, meinte sie dann achselzuckend, „aber ich glaube dieses Wort bedeutet Tok’ra.“ Sie berührte das gemeinte Wort und die Welt um sie herum versank in Dunkelheit.

Samstag, 28. Januar 2006

Solcha Teil 52

„General, sie wissen wie wichtig das für mich ist.“ Amanda lief angespannt in General Hammonds Büro hin und her. „Sie können mir das nicht einfach verbieten.“ Zornig stemmte sie ihre Fäuste auf die Tischplatte. „Das weiß ich sehr gut, aber ich habe gerade kein Team frei, das dich begleiten könnte und allein schicke ich niemanden auf einen Planeten. Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren“, erwiderte Hammond entschlossen. „Außerdem war auf diesem Planeten nichts, wie du wohl schon von Dr. Jackson erfahren hast.“ Seufzend strich Amanda sich über die Stirn und blickte dann wieder auf. „Also gut, wenn ich jemanden finde, der mich begleitet, dann lassen sie mich gehen?“ fragte sie und ließ den Blick nicht von ihrem Gegenüber. Hammond nickte nur und blickte sie abwarten an. „Ok, dann muss ich mal telefonieren“, sagte Amanda nur und verschwand aus dem Büro.

„Hallo!“ Freudig umarmte Amanda Sandro, der gerade aus dem Tor getreten war. „Ich bin froh, dass du mich begleiten willst“, sagte sie, als sie sich wieder von ihm löste. Er nickte nur und blickte an ihr vorbei zu General Hammond. „Es ist eine Freude dich wieder zu sehen Sandro“, meinte der General und schüttelte ihm die Hand, nachdem er auf ihn zugegangen war. „Es freut mich ebenfalls“, erklärte Sandro und legte fast besitzergreifend den Arm um Amandas Taille. Amanda sah ihn etwas verwundert an, sagte aber nichts dazu. Sich an Sandro wendend sagte sie: „Du willst dich sicher noch ein wenig ausruhen bevor wir gehen, aber das nötigste habe ich schon gepackt. Sie entschuldigen uns General?“ Sie wartete gerade nur das Nicken von Hammond ab und setzte sich dann schon im Schlepptau mit Sandro in Bewegung.
In ihrem Zimmer angekommen warf sie sich aufs Bett uns starrte blicklos an die Decke. „Hey? Alles in Ordnung?“ fragte Sandro sie und Amanda schüttelte den Kopf und schloss die Augen, da ihr die Tränen in die Augen zu schießen drohten. Sandro setzte sich zu ihr und nahm sie sanft in den Arm und streichelte ihr über den Rücken. Einen Schluchzer unterdrückend sah Amanda zu ihm auf. „Weißt du eigentlich wie schlimm das ist, nicht zu wissen ob dein Vater noch lebt oder nicht?“ flüsterte sie leise und Sandro schüttelte den Kopf.
„Ich weiß jetzt endlich wer er war und woher er kam und ich könnte ihn suchen, doch sie wollen mir einfach nicht dabei helfen, weil es ihrer Ansicht zu gefährlich ist. Ich bin ein zu wertvolles Verbindungsglied um mich auf eine gefährliche Mission zu schicken.“ Jetzt verlor Amanda doch ihre Fassung, weil sie endlich mit jemandem offen über ihre Gefühle hatte reden können. Sie drückte sich fest an Sandro und auch er hielt sie fester umfasst. „Wir werden schon einen Hinweis auf ihn finden“, murmelte er ihr ins Ohr und wiegte sie vorsichtig hin und her, bis sie sich beruhigt hatte.
„Komm jetzt“, meinte Sandro nach einer Weile, „mach dich fertig und dann gehen wir.“ Amanda öffnete wieder die Augen und nickte leicht. Mit Sandro an ihrer Seite fühlte sie sich stark genug die Reise anzutreten.