Sonntag, 6. Juni 2010

Nationaltag in Schweden

Ich kann gar nicht glauben, das ich jetzt schon drei Wochen in Stockholm bin.

Dieses Wochenende war wieder viel los. Gestern war der Stockholm Marathon, an dem ziemlich viele Leute teil genommen haben. Der Sieger hat die 42 km lange Strecke in 2 Stunden 12 Minuten geschafft. Ganz schön schnell.

Heute war Nationaltag und da gabs natürlich Fähnchen und Paraden der königlichen Garde, Musik und viele andere Dinge. Man konnte auch umsonst ins Schloss gehen und das habe ich natürlich ausgenutzt. Ansonsten gabs überall viel zu sehen und zu besichtigen und das Wetter war auch sehr gut. Jetzt will ich für den Rest des Tages erst mal meine Füße schonen. :)

Donnerstag, 3. Juni 2010

Liebes Tagebuch, Teil 15

6. September

Liebes Tagebuch,

Ich schaffe das nicht mehr.
Ich kann nicht jeden Tag an Jeremy vorbeigehen und so tun, als wäre er wie alle anderen. Als wäre er wie einer der Anderen, die mir nichts bedeuten. Aber er bedeutet mir etwas. Er ist mein Freund. Ich will einfach nur zu ihm laufen und ihn davor schützen, weiter verprügelt und gequält zu werden.
Sweta und ein kleiner Rest meines logischen Denkens halten mich davon ab, doch ich weiß nicht, wie lange noch. Dimitri würde ich damit in die Hände spielen.
Ich weiß nicht, was ich ohne Sweta machen würde. In ihren Gedanken konnte ich sehen, dass sie mir unbedingt helfen will und dass sie die Verbrechen nicht begangen hat, derer sie beschuldigt wird.
Jeremy versichert mir tausend Mal am Tag, das es ihm gut geht und er das alles aushält, doch ich weiß es besser. Ich spüre, wie sich die Resignation in seine Gedanken schleicht, wie das bei vielen hier ist. Das ist der erste Schritt bevor sie aufgeben, doch ich will nicht, dass Jeremy aufgibt. Ich will, dass er kämpft.
Sweta weiß davon, dass ein Teil eines Spiegels auf einen Markierten übergeht, dass aber auch der Spiegel etwas zurück erhält. Sie drängt mich dazu, sie zu berühren, damit ich besser mit dem Schild umgehen kann, doch noch weigere ich mich. Ich habe keine Ahnung wie lange, denn ihre Argumente sind logisch und überzeugend.
Seit kurzem spüre ich Andrews Gegenwart in der Nähe. Ich weiß, dass es dumm von ihm ist hier herzukommen, doch seine Anwesenheit gibt mir Kraft. Keine Ahnung, wie lange ich meine Maske noch aufrechterhalten kann, doch ich muss es versuchen.
Ich muss für Jeremy stark sein.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Liebes Tagebuch, Teil 14

28. August

Liebes Tagebuch,

Wie konnte er das nur tun?
Ich saß bei Sweta in der Halle, als ein ziemliches Getöse die Ankunft eines neuen Gefangenen ankündigte. Dimitri lief dem Trupp mit vor Stolz geschwellter Brust voraus und deutete auf ein paar Ketten an der Wand.
Irgendetwas an der Gestalt des Gefangenen und an der Aura, die er ausstrahlte, ließ mich aufmerksam werden. Als ich ihn erkannte, konnte ich nur geschockt hinüber starren. Mein Körper wollte sich einfach nicht bewegen und mein Verstand weigerte sich zu begreifen, was meine Augen sahen.
Es war Jeremy. Sie ketteten Jeremy an diese Wand und das direkt vor meinen Augen. Als ich in Dimitris Gesicht sah, wusste ich, dass er dies schon lange geplant hatte. Die Wut, die in diesem Augenblick in mir hoch kochte, gab mir die Kontrolle über meine Glieder wieder zurück.
Mein einziger Wunsch war es, Dimitri dieses höhnische Grinsen aus dem Gesicht zu schlagen, doch Sweta hielt mich zurück. Sie hatte meinen Arm durch die Gitter gepackt und redete leise auf mich ein. Dimitri hatte immer noch dieses Grinsen im Gesicht, als er die Halle verließ.
Sweta hielt weiterhin meinen Arm fest, doch jetzt war ihr Griff sanft und ich wusste, dass sie mich trösten wollte. Sie kannte mich mittlerweile ziemlich gut, hatte wahrscheinlich schon immer gewusst, was in mir vorging.
Ich wusste, dass sie mich nicht zu Jeremy lassen würden, also streckte ich langsam meine Gedanken nach ihm aus. Es fühlte sich an wie eine Umarmung, als unsere Gedanken für einen Moment miteinander verschmolzen und ich seinen Schmerz, aber auch die Erleichterung, dass Andrew nicht hier war, spüren konnte. Wie immer versicherte er mir, dass es nicht meine Schuld wäre und schon alles gut werden würde.
Ich musste die Verbindung unterbrechen, da ich sonst die Tränen nicht hätte zurückhalten können. Sweta meint, die Bruderschaft braucht ein Druckmittel, das sie gegen mich einsetzen können. Sie glaubt, sie haben Angst vor mir.
Ich habe gelernt mich mit dem Schild zu schützen. Jetzt muss ich nur noch lernen zu kämpfen.

Montag, 24. Mai 2010

Woche 2

Wow, jetzt bin ich schon die zweite Woche hier in Stockholm und hab mir gestern erst mal ne schöne Erkältung eingefangen. Juhu.

Naja ich bin jetzt mal wieder umgezogen und in diesem Zimmer kann ich jetzt erst mal so um die zwei Monate bleiben. Jetzt kann ich auch endlich mal auspacken und muss nicht mehr aus Koffern leben. Im Labor mache ich noch nichts spannendes. Da muss ich mich auch erst mal einarbeiten. Mal sehen wie es nächste Woche wird.

Das Wetter ist im Moment ziemlich wechselhaft. Ich hoffe es wird wieder besser.

Freitag, 21. Mai 2010

Liebes Tagebuch, Teil 13

17. August

Liebes Tagebuch,

Ich bin in einem Alptraum gefangen und wünsche mir nichts sehnlicher, als aufzuwachen.
Heute habe ich alle Vorsicht fallen lassen und habe Andrew angerufen. Ich weiß nicht, wie lange ich es sonst geschafft hätte, nicht durchzudrehen, wenn ich seine Stimme nicht gehört hätte.
Wir haben es vermieden, über irgendetwas zu sprechen, das ich gerade erlebe, doch ich habe mich nachher viel besser gefühlt. Er hat mir wieder das Gefühl gegeben, das ich nicht alleine bin und das es noch echte Empfindungen, wie Freundschaft und Liebe, gibt. Die habe ich nämlich schon länger nicht mehr gespürt.
Jeremy und Andrew geht es gut, dann hat Dimitri wohl doch Wort gehalten. Ich werde jedoch das ungute Gefühl nicht los, das dieser Zustand nicht für immer hält. Jeden Tag bete ich dafür, dass dem nicht so ist.
In den letzten Tagen habe ich ein paar Spiegel gesehen, die sozusagen im aktiven Dienst sind. Ich kann nicht genau sagen wieso, aber sie machen mir Angst.
Wenn man sie ansieht, erwidern sie nie einen Blick. Sie scheinen kein Teil mehr von dieser Welt zu sein. Ihre Augen sind vollkommen leer, so als wäre kein Leben mehr in ihnen und sie wären nur Marionetten.
Ich hoffe, ich werde nie so. bevor ich so werde, will ich lieber sterben.
Meine Wege führen mich jetzt häufiger in die Halle, auch wenn ich den Ort immer noch schrecklich finde. Ich habe eine Hexe kennen gelernt und mir wurde von der Bruderschaft erlaubt, sie zu studieren. Irgendetwas sieht sie wohl in mir, sonst würde sie dabei nicht mitspielen.
Sweta kann mir beibringen, einen Schild um mich herum aufzubauen, damit ich niemanden unabsichtlich markiere. Ich kann den Schild schon für kurze Zeit aufrechterhalten, doch etwas in mir sträubt sich noch dagegen.
Es muss mir einfach gelingen, andere vor mir zu schützen.